Kurz gesagt: Vollmundige Rotweine schmecken am besten bei 15-18 Grad, während leichte Rotweine wie Beaujolais am besten bei etwa 13 Grad schmecken. Weißweine liegen je nach Fülle zwischen 7 und 13 Grad, und Schaumweine sollten gut gekühlt bei 6 bis 10 Grad serviert werden. Champagner schmeckt am besten bei 7-9 Grad.
Inhalt
- Welche Temperatur sollte Wein haben?
- Serviertemperaturen für Wein: Tabelle nach WSET
- Warum die Temperatur den Geschmack beeinflusst
- Rotwein und Zimmertemperatur: Was bedeutet das eigentlich?
- Weißwein und Champagner: So kühlen Sie richtig
- So behalten Sie die Temperatur bei Tisch bei
- Dekantieren: Wann und wie es sinnvoll ist
- Häufig gestellte Fragen
- Zusammenfassung
Ein und dieselbe Flasche Wein kann völlig unterschiedlich schmecken, je nachdem, ob sie kalt oder bei Zimmertemperatur serviert wird. Rotwein, Weißwein und Champagner haben jeweils ihre eigene ideale Temperatur, und wenn Sie diese treffen, kommen Duft und Geschmack viel besser zur Geltung.
In diesem Ratgeber finden Sie eine Tabelle mit Serviertemperaturen nach WSET, eine Erklärung, warum die Temperatur so wichtig ist, sowie hilfreiche Tipps, wie Sie den Wein richtig kühlen und die Temperatur bei Tisch halten.
Welche Temperatur sollte Wein haben?
Die Temperatur entscheidet darüber, wie stark Sie Säure, Tannine und Frucht im Glas wahrnehmen. Grundsätzlich werden vollmundige, kräftige Rotweine am wärmsten serviert, also bei Zimmertemperatur um 15 bis 18 Grad, während leichte Rotweine wie Beaujolais, Valpolicella und Bardolino am besten leicht gekühlt bei etwa 13 Grad schmecken. Weißweine decken eine breitere Spanne ab: Leichte und mittelkräftige Weißweine sollten gut gekühlt sein, während vollmundige, im Eichenfass gereifte Weißweine nur leicht gekühlt werden und daher bei einer höheren Temperatur liegen. Schaumweine und Süßweine sollten am kältesten serviert werden, und Champagner schmeckt am besten bei 7 bis 9 Grad. In der Tabelle unten finden Sie die empfohlene Temperatur für jeden Weinstil.
Serviertemperaturen für Wein: Tabelle nach WSET
Die Tabelle basiert auf den Empfehlungen des Wine & Spirit Education Trust (WSET). Die Weinstile dienen als Beispiele für Temperaturbereiche und stellen keine vollständige Übersicht über Rebsorten und Weintypen dar.
| Weinstil | Beispiele | Temperatur |
|---|---|---|
| Süßweine | Süßer Muskateller, Weine aus spät gelesenen Trauben | 6-8 Grad |
| Schaumweine | Prosecco, Champagner | 6-10 Grad |
| Leichte und mittelkräftige Weißweine | Fino-Sherry, Muscadet | 7-10 Grad |
| Mittelkräftige und vollmundige, im Eichenfass gereifte Weißweine | Weißer Burgunder | 10 bis 13 Grad |
| Leichte Rotweine | Beaujolais, Valpolicella, Bardolino | 13 Grad |
| Mittelkräftige und kräftige Rotweine | Vintage-Portwein, Rioja, Bordeaux, Burgunder | 15-18 Grad |
Wenn Sie stattdessen wissen möchten, wie viele Gläser tatsächlich in einer Flasche enthalten sind, finden Sie weitere Informationen im Artikel Wie viele Gläser enthält eine Flasche Wein und eine Flasche Champagner.
Warum die Temperatur den Geschmack beeinflusst
Ist der Wein zu kalt, treten Säure und Tannine stärker hervor, während das Aroma gedämpft wird. Ein zu kalt servierter Rotwein kann daher streng und verschlossen duften. Wärme hingegen lässt Säure und Tannine in den Hintergrund treten, während sich die Aromen öffnen und deutlicher hervortreten. Aus diesem Grund dürfen kräftige, tanninreiche Rotweine wärmer serviert werden, während Weißweine mit frischerer Säure kühler serviert werden, damit die Säure nicht zu dominant wirkt.
Rotwein und Zimmertemperatur: Was bedeutet das eigentlich?
In einer gewöhnlichen Wohnung liegt die Zimmertemperatur bei 20 bis 22 Grad. Bei Rotwein meint man mit Zimmertemperatur jedoch eine niedrigere Temperatur, nämlich 16 bis 18 Grad, und bei leichteren Stilen wie manchen Beaujolais sogar nur 12 bis 14 Grad. Es handelt sich also nicht um dieselbe Temperatur, die im Winter bei eingeschalteter Heizung in Ihrem Wohnzimmer herrscht.
Kräftige Rotweine schmecken tatsächlich am besten knapp unter der klassischen Zimmertemperatur. Daher gilt als Faustregel: Die Flasche sollte lieber etwas zu kalt als zu warm auf den Tisch kommen. Die Temperatur des Weins steigt rasch an, sobald er ins Glas eingeschenkt ist, und ein zu warmer Rotwein lässt sich am Tisch nicht mehr herunterkühlen.
Weißwein und Champagner: So kühlen Sie richtig
Ebenso wie es ungünstig ist, wenn der Rotwein zu lange bei Zimmertemperatur steht, ist es auch ungünstig, wenn der Weißwein direkt aus dem Kühlschrank kommt. Beide Fälle sind problematisch, da der Wein so nie die Temperatur erreicht, bei der er am besten schmeckt.
Champagner sollte stets kalt serviert werden, die ideale Trinktemperatur liegt zwischen 7 und 9 Grad. Eine bewährte Methode ist es, die Flasche etwa eine halbe Stunde vor dem Öffnen in einen Eimer mit Eis und Wasser zu stellen. Dadurch wird der Champagner weniger lebhaft, sodass er sich leichter und ruhiger öffnen lässt, ohne über den Tisch zu spritzen. Gleichzeitig verliert eine kalte Flasche beim Einschenken weniger Kohlensäure, sodass die Bläschen länger im Glas erhalten bleiben.
Tipp: Ein Weinkühler auf dem Tisch ist eine praktische Lösung für Eiswasser, sodass Champagner oder Weißwein bereitstehen können, ohne Platz im Gefrierschrank zu beanspruchen.
So behalten Sie die Temperatur bei Tisch bei
Hat die Flasche die richtige Temperatur erreicht, kommt es darauf an, diese möglichst lange zu halten. Ein Weinkühler auf dem Tisch ist eine einfache Lösung, zum Beispiel Hot Moms Weinkühler von GiftCompany oder Fiske Weinkühler aus Steinzeug, Silber, von GiftCompany, mit dem sich die Flasche zwischen den Einschenkvorgängen bequem bereithalten lässt.
Halten Sie das Glas stets am Stiel, egal ob es sich um ein Weinglas oder ein Champagnerglas wie eine Flöte oder ein Tulpenglas handelt. So bleibt das Glas fleckenfrei, und die Wärme der Hand erwärmt den Wein nicht. Schenken Sie zudem immer nur wenig auf einmal ein, da die Temperatur des Weins schnell ansteigt, sobald er eingeschenkt ist. Mehr dazu, wie Gläser auf dem Tisch stehen sollten, erfahren Sie hier, damit sie beim Essen leicht erreichbar sind.
Finden Sie einen Weinkühler, der die Flasche den ganzen Abend über am Tisch bereithält.
Weinkühler entdeckenDekantieren: Wann und wie es sinnvoll ist
Grundsätzlich ist es nicht notwendig, Wein zu dekantieren, doch in zwei Fällen kann es sinnvoll sein. Ältere Weine können Bodensatz gebildet haben, den man nicht im Glas haben möchte, und junge, kräftige Weine können von zusätzlichem Sauerstoffkontakt profitieren, wodurch sie weniger wuchtig wirken und mehr Aroma entfalten.
Zu Hause können Sie die Flasche bereits am Vortag aufstellen, damit sich der Bodensatz setzen kann. Beim Dekantieren gießen Sie den klaren Wein vorsichtig in eine Karaffe oder ein anderes sauberes, geruchsneutrales Gefäß um, während der Bodensatz in der Flasche zurückbleibt.
Viele Weinexperten empfehlen das Dekantieren bei sehr tanninreichen Weinen wie Barolo, Bordeaux, Cabernet Sauvignon und Portwein, raten jedoch bei zarteren Weinen wie Chianti und Pinot Noir davon ab. Die Wirkung ist unter Fachleuten allerdings umstritten, betrachten Sie es also eher als ein Mittel zum Experimentieren und nicht als feste Regel.
Häufig gestellte Fragen
Bei welcher Temperatur sollte Rotwein serviert werden?
Kräftige Rotweine wie Rioja, Bordeaux und Burgunder sollten Zimmertemperatur haben, also etwa 15-18 Grad, während leichte Rotweine wie Beaujolais am besten bei rund 13 Grad schmecken.
Bei welcher Temperatur sollte Weißwein serviert werden?
Das hängt von der Fülle des Weins ab. Leichte und mittelkräftige Weißweine wie Muscadet sollten gut gekühlt bei 7-10 Grad serviert werden, während kräftige, im Eichenfass gereifte Weißweine wie weißer Burgunder nur leicht gekühlt bei 10-13 Grad serviert werden sollten.
Wie kalt sollte Champagner sein?
Champagner schmeckt am besten bei einer Temperatur von 7-9 Grad und sollte stets kalt serviert werden.
Was bedeutet Zimmertemperatur im Zusammenhang mit Rotwein?
Damit ist nicht die übliche Zimmertemperatur von 20-22 Grad gemeint, sondern 16-18 Grad, bei leichteren Stilrichtungen wie manchen Beaujolais sogar nur 12-14 Grad.
Wie lange sollte Champagner im Eiskübel stehen?
Die Flasche wird vor dem Öffnen üblicherweise etwa eine halbe Stunde lang in einem Eimer mit Eis und Wasser gekühlt.
Sollte man Rotwein dekantieren?
Grundsätzlich ist das nicht notwendig, es kann aber sinnvoll sein, um bei älteren Weinen den Bodensatz zu entfernen oder um jungen, kräftigen Weinen durch Sauerstoffzufuhr zu mehr Aroma zu verhelfen.
Zusammenfassung
Die Temperatur macht einen echten Unterschied dafür, was Sie im Glas schmecken. Nutzen Sie die WSET-Tabelle als Orientierung, denken Sie daran, dass die Flasche lieber etwas zu kalt als zu warm sein sollte, und ziehen Sie einen Weinkühler auf dem Tisch in Betracht, damit die Temperatur während der ganzen Mahlzeit erhalten bleibt.
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